„Liebe und Streit" - Die Theaterkekse des Leibniz-Gymnasiums Potsdam
„Liebe ist Qual. Lieblosigkeit ist Tod." (Marie von Ebner-Eschenbach).
Unter diesem Thema stand auch das kürzlich aufgeführte Stück der „Theaterkekse" des Leibniz-Gymnasiums Potsdam im Alten Rathaus. Für einige Schüler des Kurses für Darstellendes Spiel war dieses Stück nach „Der eingebildete Kranke" und „König Drosselbart" schon die dritte Aufführung.
Die kreative Stückcollage, zusammengestellt aus Dialogen klassischer und romantischer Dramen, behandelte die Freuden und Leiden der Liebe. Zwei Engel (gespielt von Henri Philipp Sawade und Christian Martin) und ein Teufelchen (gespielt von Susanne Ziehm, die kurzfristig eine Woche vor der Premiere einsprang) streiten über den Sinn der Liebe und versuchen, die jeweils andere Partei von ihrer Ansicht zu überzeugen. Die beiden „himmlischen Figuren" zeigen die Freuden der Liebe, die Leidenschaft zwischen Romeo und Julia, die aufrichtige Hingabe zwischen Schillers Luise und Ferdinand, musikalisch untermalt von der romantischen Liebeserklärung, die schon im Stück „Der eingebildete Kranke" zu hören war. Das Teufelchen hingegen, schwer enttäuscht von der Liebe , zeigt den Geschlechterkonflikt anhand von Kleists Amphitryon und seiner Alkmene, begründet die Unsinnigkeit der Ehe mit Molières „Der Geizige" und verweist schließlich auf die endlosen Streitigkeiten zwischen Beatrice und Benedikt aus Shakespeares „Viel Lärm um Nichts". Insgesamt eine sehr kurzweilige Darbietung, die das Publikum des Öfteren zum Lachen brachte. Die gelungene Auswahl verschiedener Dialoge und die liebevolle Umsetzung sorgten für große Begeisterung bei den Zuschauern und regten dabei doch zum Nachdenken an.
Die Frage nach der Bedeutung der Liebe klärte sich gewissermaßen von selbst - sie ist Sinn und Unsinn zugleich. Zwar bringt sie nicht nur Freude und Glück, doch ohne sie geht es nun einmal auch nicht.
Claudia Cierpinski DS-Kurs 12


