Aktzeichnen in den Kunstkursen der Abiturstufe
Beobachtend und sehend stehen Schülerinnen und Schüler vor Aktdarstellungen Boticellis, Cranachs und Rubens' u.a. , den Erläuterungen von Regina Stender in der Berliner Gemäldegalerie lauschend. Sie erfahren Wissenswertes über diese großartigen Künstler, ihre Werke, werden auf Besonderheiten der Darstellungen hingewiesen, erhalten vorausschauende Tipps für das eigene Zeichnen und entdecken auch, dass selbst diese Großen der Kunst nicht immer ganz genau gearbeitet haben. So motiviert, begibt sich die Schülergruppe ins benachbarte Studio Museumspädagogik, um dort selbst vor einem Aktmodell zu zeichnen. Schnell schwindet die Unsicherheit, sieht man den nackten Menschen nur noch als zu zeichnenden „Gegenstand". Durch - nur scheinbar - einfache Zeichenübungen „locker gemacht", erkunden die Schülerinnen und Schüler die jeweilige „Körperlandschaft", beobachten, denken sich hinein, zeichnen, korrigieren und erleben immer wieder zeichnerische Erfolge. In den Kursen geht es weniger um zeichnerische Exaktheit oder die einzig korrekte darstellung, sondern um das Erfassen des Körpers als Ganzheit im jeweils individuellen Stil.
![]() |
![]() |
![]() |
Immer wieder erlebe ich in den Kunstkursen, mit denen ich dieses Veranstaltungsangebot des Museumspädagogischen Dienstes in Berlin nutze, dass das Zeichnen eines Aktes für die Schülerinnen und Schüler eine spannende, anstrengende und in aller Regel von zeichnerischen Erfolgen gekrönte Erfahrung darstellt, die sie so wohl nicht sehr oft machen. Daher werden wir auf dieses „Lernen außerhalb der Schule" auch in Zukunft nicht verzichten.
Heike Drohla, 15.01.2009





