Alles Lernen bloß für die Zensur ? - Projekttag der Klasse 5 in Dahnsdorf
Warum muss ich lernen, dass es ein- und zweikeimblättrige Pflanzen gibt und wie man sie unterscheidet? Wen interessiert denn, ob sich eine Pflanze über Rhizome und/oder Samen vermehrt? Vielleicht Botaniker, aber sonst? Und warum lerne ich im Unterricht etwas über den Boden, das ist doch nur Dreck? Wozu muss ich wissen, was Reinststoffe und Stoffgemische sind und wie man sie trennt? Und die ganzen Definitionen und Begriffe, die man sich im Fachunterricht rein leiern muss! Wer braucht das schon und wozu! Das ist soooo langweilig... Ja, richtig forschen, echte Probleme lösen, das wäre doch einmal was!
Das hat sicherlich schon so mancher gedacht. Und am 23. Juni 2010 war es für die Klasse 5 unserer Schule soweit. Die Kinder standen auf dem Versuchsfeld des Julius-Kühn-Institutes (JKI) in Dahnsdorf und wurden mit echten Problemen konfrontiert. Plötzlich waren die Arbeitsmethoden der Naturwissenschaften, die sie das ganze Jahr beschäftigten, gefragt. Nur so konnten sie herausfinden, welche der verschiedenen Böden, die sie bestimmen sollten, aus Dahnsdorf stammte. Sie gingen der Frage nach, welcher Boden gut ist, und was auf dem Dahnsdorfer Boden wächst. Dazu musste man natürlich einige Samenpflanzen erkennen können. Aber, was war das, da wuchsen ja nicht nur Getreide und andere landwirtschaftliche Kulturen auf dem Feld! An einigen Stellen gab es so viele Unkräuter, dass man die Kulturpflanze kaum noch sah. Ob man da wohl noch etwas ernten kann? Wie kann man die Unkräuter jetzt reduzieren? Umweltfreundlich natürlich, durch weghacken!? Geht das überhaupt bei allen Unkräutern? Wie war das doch noch mit der Vermehrung über Rhizome? Einige Kartoffel- und Rapspflanzen sahen recht mickrig aus. Was die wohl hatten? Die waren ja krank! Da knabberte doch Irgendeiner! Plötzlich sind auch der Körperbau, Entwicklungszyklus, Ernährung und Bewegung von Insekten (Kartoffelkäfer, Rapsglanzkäfer) interessant.
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Auf der „Jagd" nach Ackerunkräutern |
Boden – mehr als eine Hand voll Erde?! |
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Wer kennt die Getreidearten ganz genau? |
Rapsglanzkäfer fressen gerne Raps |
In den vielen Experimenten und eigenen Untersuchungen in Kleinstgruppen gemeinsam mit Wissenschaftlern erfuhren die Fünftklässler was Pflanzenschutz ist und lernten verschiedene landwirtschaftliche Bewirtschaftungsweisen, ihre Vor- und Nachteile kennen. Da machte dann sogar das Auswerten der Ergebnisse im Matheunterricht Spaß und ergab erstaunliche Erkenntnisse.
Dieses Projekt für den fächerübergreifenden (Geographie, Biologie, Naturwissenschaften, Mathematik) Unterricht wurde im letzten halben Jahr gemeinsam von den Fachlehrern des Leibniz-Gymnasiums und den Wissenschaftlern des JKI entwickelt. Nach dieser Praxistaufe ist eine Fortführung und Weiterentwicklung in kommenden Jahren geplant.
Frau Dr. Seidel
Ein großes Dankeschön an Frau Dr. Seidel für die Organisation und Durchführung des interessanten und spannenden Projekttags, an dem wir viel über den Anbau unserer wichtigsten Kulturpflanzen gelernt haben.
Schülerinnen und Schüler der Klasse 5


