Die heutige KulturBrauerei besteht aus sechs Höfen und über 20 Gebäuden. Das Gelände zwischen Schönhauser Allee, Knaack-, Sredzki- und Danziger Straße wird nach außen hin durch Blockbebauung abgeschlossen und an den Ecken durch markante Türme und Schornsteine betont.
Kennzeichnend für die Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts sind die reich verzierten und ornamentierten Gebäude aus rotem und gelbem Backsteinklinker mit ihren Guss-Stützen, Kappengewölben und Steindecken.
1887 beauftragte die Schultheiss-Brauerei den renommierten Architekten Franz Heinrich Schwechten ein ebenso repräsentatives wie funktionales Gebäudeensemble zu entwerfen. Die Bedeutung des Brauereistandortes Schönhauser Allee sollte unterstrichen werden. Er sollte auf Jahrzehnte hinaus genügend Raum für die expandierende Produktion bieten.
Die Gebäudefronten wurden zu repräsentativen Schauseiten entwickelt. Die Anlage vermittelt durch ihre architektonisch nahezu einheitlich gegliederte Straßenfronten einen städtebaulichen Gesamteindruck. Sie umschließen einen burgartigen, mittelalterlich anmutenden Industriekomplex inmitten eines Wohngebietes. Das Gebäudeensemble ist in die Rundbogen-Architektur der Berliner Bauschultradition einzuordnen. Jedoch übersteigert es diese durch schmuckbetonte, romanisierende Formelemente. Von einem gewissen architektonischen Reiz ist auch die in ihrer Länge imposant wirkende Gebäudefront nach der Knaackstraße (Tresckowstraße) mit dem sie flankierenden massigen Eckturm. Hier wird die neuromantische stilistische Entwicklung, die Schwechtens Werk von 1890 bis 1911 stark prägt, bereits sichtbar. Auch die Dokumentation innerstädtischer Betriebe die durch ihre Architektur und Funktion ganze Stadtviertel prägen, wofür die die KulturBrauerei ein wichtiges Beispiel ist, verleiht der Anlage zusätzliche Bedeutung. Sie gilt als Prototyp der geschlossenen innerstädtischen Industrieanlage, wie sie sich erst zum Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt durchsetzte. Es gelang, trotz diverser Erweiterungen und Veränderungen des Komplexes durch verschiedene Baumeister, bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts, den Gesamtcharakter der Anlage zu bewahren.
1967 wurde der Brauereibetrieb eingestellt und die gesamte Produktionseinrichtung demontiert. Das Gelände sich selbst überlassen und verrottete, trotz Denkmalschutz - unter den es 1974 gestellt wurde, Jahrzehnte bis zu seiner Sanierung 1998.
Die charakteristischen Konstruktionselemente des 19. Jahrhunderts sind in den modernen Räumen nach wie vor sichtbar.
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